Projekt Gartenbank

13. November 2020

Im Sommer diesen Jahres gestaltete zwei Klienten zusammen mit einer Auszubildenden im Rahmen eines mehrteiligen Schulprojekts eine Gartenbank um. Da sich beide Klienten das Thema „Graffiti“ interessierten, wurde sich für eine Gestaltung mit Sprühfarben entschieden. Projektinhalte waren:

  • die Planung des Projekts (terminliche Abstimmung, Entscheidung für eine Gestaltungsmethode, Farben etc.)
  • ein Einkauf im Baumarkt um die Materialien zu besorgen
  • Anfertigung geometrischer Schablonen (zur Verwendung in der nächsten Projekteinheit)
  • Das Besprühen der einzelnen Banklatten mit Verwendung der selbst ausgewählten und gekauften Spraydosen sowie der am Vortag angefertigten Schablonen

währenddessen konnten sich die Klienten mit Visualisierungsmaterialen erarbeiten was im Umgang mit Spraydosen zu beachten ist. (z.B. Tragen von Schutzkleidung, genügend Abstand zw. Spraydose und Untergrund)

  • Im letzten Schritt wurden die gestalteten Latten mit einem Akkuschrauber auf die Bank geschraubt. Der Bank wurde ein Platz auf der Terrasse der Wohngruppe gesucht, auf welchen beiden Klienten diese dann stellten wurde.
  • Im Abschlussgespräch äußerten beide Klienten, dass sie Spaß/Freude am Projekt hatten, die Bank „cool“ aussieht und sie zufrieden mit dem Ergebnis sind. Den anderen Klienten und Mitarbeitern berichteten sie Stolz von ihrem Projekt und zeigten die Bank, welch von nun an von allen Bewohnern genutzt wird.

Beide Teilnehmer wurden in den ganzen Prozess des Projekts miteinbezogen und durch viele eigene Entscheidungen wurde insbesondere auf eine selbstbestimmte Arbeitsweise geachtet.

Ausgewählte Ziele:

  • Die Klienten erlernen während des Projekts eine neue Gestaltungsmethode.

Im Zuge des lebenslangen Lernens ist es für einen Menschen wichtig immer wieder neue Dinge kennenzulernen und Herausforderungen zu meistern. Dadurch kann das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.

  • Während des Projekts kommen die Teilnehmer in gegenseitige Interaktionen

Durch das gemeinsame Arbeiten und Interagieren, die gegenseitige Unterstützung und der gegenseitige Austausch können positive zwischenmenschliche Erfahrungen gesammelt werden. Positive zwischenmenschliche Erfahrungen und soziale Beziehungen geben einem Menschen das Gefühl der Zugehörigkeit und der Anerkennung in dem, was er ist.

  • Beide Klienten haben während des Projekts Spaß und sind stolz auf ihre Leistung und die gestalteten Bank.

Somit können die Klienten zufrieden auf das Projekt und die gesammelten Erfahrungen zurückschauen. Die aufgestellte Bank kann diese positiven  Assoziationen wecken und dadurch dazu beitragen, dass sich beide Klienten in der Einrichtung wohlfühlen und wissen dass sie hier eine festes Zuhause haben, an dem sie als Person mit unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen wahrgenommen und wertgeschätzt werden.

Warum wurde dieses Projekt durchgeführt:

Das Thema „Gestaltung einer Gartenbank“ wurde gewählt, da es auf den Interessen der Teilnehmer beruht und diesen somit vermutlich Spaß bereiten wird. Das Projekt bietet die Möglichkeit der Selbsttätigkeit, des Auslebens der eigenen Kreativität sowie des Einbringens der eigenen Interessen und Stärken. Durch das Restaurieren und Gestalten eines Möbelstücks, welches anschließend in der Einrichtung einen festen Platz findet, kann das Wohlfühlen im eigenen zuhause und die Verbundenheit mit dem eigenen Zuhause gestärkt werden. Dies spielt für die Teilnehmer eine wichtige Rolle, denn die Lebenswelt Wohnen ist für das innere Gleichgewicht eines Menschen von zentraler Bedeutung.

Auszug aus der zum Projekt zugehörigen Ausarbeitung:

"Das Wohnen ist ein wesentlicher Grundbaustein in Bezug auf die Lebensqualität eines Menschen. Es bildet den räumlichen und zeitlichen Orientierungspunkt und ist somit von zentraler Bedeutung für das innere Gelichgewicht. „Der Mensch braucht [...] einen Bezugspunkt, eine Basis, einen Ort, mit dem er verwurzelt sein kann“ (Thesing 1998, 30). Das Wohnen kann zahlreiche Grundbedürfnisse befriedigen, z.B. das nach Sicherheit, Kontakt und Kommunikation, Beständigkeit oder Selbstverwirklichung. Durch einen Wohnraum können Bedürfnisse auf der räumlichen Ebene erfüllt werden. Das Gefühl beheimatet und zuhause zu sein verfestigt sich jedoch nur dann, wenn sich der Identifizierungsprozess mit dem eigenen Wohnraum kontinuierlich entwickelt. Diese Identifizierung entsteht durch die eigene individuelle Wohnraumgestaltung und positive persönliche Erfahrungen und Erlebnisse im Wohnraum. Menschen mit Behinderungen benötigen häufig bei diesem Identifizierungsprozess Unterstützung. Das erfordert das engagierte und ideenreiche Handeln des/der Heilerziehungspfleger/-in. Ein Angebot zur Wohnraumgestaltung wie das Herstellen oder Restaurieren eines Möbelstücks kann eine solche Unterstützung darstellen."

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