Besonders Arbeiten im HWBV

Die klare Trennung der Lebenswelten Wohnen & Arbeiten ist uns besonders wichtig

Viele Klienten mit herausforderndem Verhalten benötigen ein niederschwelliges, personenzentriertes Beschäftigungsangebot. Das Arbeitsangebot in unseren Ateliers ohne Produktionsdruck, bietet eine sinnvolle und wichtige Ergänzung für die persönliche Entwicklung unserer Klienten

"Die Arbeitszeiten können je nach Belastbarkeit durch verschiedene Angebote oder Pausen variiert werden. Ziel ist eine ganztägige und kontinuierliche Beschäftigung."

Die klare Trennung der zwei Lebenswelten, Wohnen und Arbeiten, ist uns sehr wichtig. Für die Arbeit im Atelier gibt es keine Mindestvoraussetzung. Jeder Mensch leistet was er kann und will. Um einen regelmäßigen Arbeitsalltag zu erleben ist die Voraussetzung, dass Arbeitsangebote den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Klienten angepasst werden. Wir arbeiten ressourcenorientiert.

Die Arbeitsbereiche sind großzügig geschnitten, sehr hell und bieten alle die Möglichkeit, direkt in das Außengelände zu gelangen. Dieses ist weitläufig angelegt, um den unterschiedlichsten Emotionen Raum zu geben.

Im Gelände befinden sich je nach Standort verschiedene Beschäftigungs-, Bewegungs- und Rückzugsangebote. Die Tiere, die in der Regel vom Garten- und Landwirtschaftsatelier gepflegt werden, können jederzeit besucht werden. So besteht die Möglichkeit einer selbstbestimmten Kontaktaufnahme.

Die verschiedenen Angebote der Ateliers greifen bewusst unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten der Klienten auf. Anhand der aktuellen Stimmungslage des Einzelnen wird ein spezifisches Angebot gestaltet. Dies stellt ein hohes Maß an Flexibilität der Betreuungsleistung dar und macht unter anderem das Besondere unserer Arbeit aus.

Unsere Ateliers im Einzelnen

  • Garten- und Landwirtschaftsatelier

    In diesem Atelier wird der Kreislauf des Lebens sichtbar, begreifbar und erlebbar gemacht.

    Körperliches Ausagieren beim Ausmisten, Rasen mähen und Heu machen, ist genauso möglich, wie das Lernen eines behutsamen und liebevoll fürsorglichen Umgangs mit den Tieren. Die Übernahme von Verantwortung für andere Lebewesen wird hier mit Rückhalt der Mitarbeiter erlebbar.

    Dieses Atelier schließt auch alle Tätigkeiten im Garten mit ein, von der Bearbeitung des Bodens über die Aussaat, bis schließlich zur Ernte der reifen Früchte.

  • Holzatelier

    Beim Umgang mit dem Naturmaterial Holz ist ein verantwortungsvoller, umsichtiger Umgang mit Werkzeug und Maschinen gefragt. Das Zutrauen in diese Fähigkeit steigert die Sozialkompetenz und das Selbstvertrauen in beeindruckender Weise.

    Ein weiterer sehr wichtiger Bestandteil stellt das freie und kreative Arbeiten im Holzatelier dar. Kreative Ideen der Klienten können umgesetzt werden, wenn nötig auch mit Hilfestellung oder der Entwicklung entsprechend individueller Arbeitshilfen.

  • Kreativatelier

    Der Umgang mit verschiedenen Farben, Techniken und Materialien bietet vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten und Anreize. Das Ergebnis kann frei bestimmt werden und ist in Form eines „fertigen“ Produktes sichtbar und greifbar.

    Unsere Schafe liefern den Naturstoff Wolle zur Weiterverarbeitung, in unserer Brennkammer kann Ton weiterveredelt werden und aus selbstgebauten Leinwänden des Holzateliers entstehen Kunstwerke.

    Besonderer Stolz erfüllt die Menschen, wenn sie dann auch die Möglichkeit haben, ihre Werke bei einer Ausstellung, am Tag der offenen Tür oder auf dem Weihnachtsmarkt zu zeigen.

  • Atelier für Handwerk & Kunst

    Dieses besonders kleine und reizarme Atelier bietet niederschwellig strukturierte Angebote. Hier können Menschen mit sehr geringer Frustrationstoleranz beschäftigt werden.

  • Bistro

    In dem hauseigenen Bistro werden die Beschäftigten aller Ateliers zur Mittagszeit verköstigt. Die Klienten in diesem Atelier sind für die hier anfallenden Arbeiten wie das Richten der Tische, das Verteilen der Speisen, das Spülen und das Säubern der Tische verantwortlich.

    Im Sinne der ganzheitlichen, sinnhaften Arbeit werden auch in diesem Atelier eigene Produkte zum eigenen Verzehr weiterverarbeitet, wie zum Beispiel Kürbissuppe, Marmeladen und Salate.

  • Tagesfördergruppe

    Menschen, die noch nicht oder nicht mehr im Atelier beschäftigt werden können, finden in den Räumen der Tagesfördergruppe in Oberhausen eine adäquate Begleitung. Auch hier ist die Trennung von Wohnen und Arbeiten zu finden und die Übergänge von einem Bereich in den anderen werden ganz bewusst gestaltet.

    Die Angebote variieren zeitlich von wenigen Minuten bis hin zu Stunden oder werden über den Tag verteilt. Außenkontakte, wie die Einkäufe im Ort, Besuche im Atelier, ein Naturspaziergang, jahreszeitliches Arbeiten, räumliche Orientierungsübungen bis hin zu zeitweisen Einzelbetreuungsangeboten werden hier gestaltet.

    Der strukturierte und kontinuierliche Ablauf dieser Gruppe ist besonders wichtig, um Orientierung und Halt zu geben.

Christina Gabriel

„Der HWBV ermöglicht mir ein weitgehend autonomes Arbeiten. Wir haben hier die Möglichkeit, für jeden unserer Klienten ein individuelles Konzept gemeinsam mit diesem Menschen zu entwickeln.”

Gruppenleiterin WG II